Watt macht man, wenn man 10-15 B Griffe verwurschteln solln, die man unverbindbar sieht? Einfach druff los schreim, oder?
Als ick letztens von Netto nach Hause jejangen bin, mußte ick mich bücken, weil eine kleene Flasche, sone Duftflasche ausm Schneehügel ragte und jenau in mein Jesicht glozzte. Ick bückte mich, nahmse hoch und och an mich, dachte drüber nach, wie die wool hier her jekommen war? Inzwischen Zuhause anjekommen öffnete ick dit Fläschen und schüttete ein paar Troppen in meine Schnüffelkerze. Ick hab da Schneeglöckchenduft und den von Mohn jerochen – eijenartich, aber och schön. Nachdem ick meinen Einkauf im Kühlschrank verstaut hatte, setzte ick mich vor mein Aquarium und bemerkte beim rinkieken, dass plötzlich allet langsamer, komsicher wurde. Die Wasserpflanzen hatten plötzlich pussierliche Schlangenköppe, die Fische wurden einheitlich groß, zwinkerten mit ihren bislang nie jesehenen Wimpern und Augenbrauen auf und ab und, naja, die Wasserpumpe stoß rhythmisch die Sauerstoffblasen nach ohm. Dann – hach, ick zuckte förmlich zusammen – standen all die vielen, total schön bunten Fische in Reih und Glied (kann man denn standen dazu sagen?) jeenfalls konntik sehn, wiese alle jut dressiert und absolut korrekt gleichmäßig rumjeschwommen sind. Der linkeste von ihnen öffnete dann sein kleenet Fischmaul und ick vernahm folgende Fischstimme:
Wir, wir sind ein Fischgetier – wir, wir wolln mag weg von hier. Nich, weil du so blöde bist – nein, du bist ein toller Hecht. Aber unser Herz, dit schlägt – zwischen unsren Wirbeln, Grät. Ja, wir wollen reisen fort – 2, 3 Wochen in die Ort, die die schönsten Stellen sind – Frankreich oder Engeland. Komm, schenk uns den Reisepass – damit hätten wir dann Spaß. Mach dir bitte keine Sorgen – Kohle werden wir uns borgen. Wenn Du glaubst, dass uns wer findet – keine Bange, unverwundet – werden wir dann wieder kommen und erzähln von unsren Wonnen.
Watt war denn ditte? Ein Fischschwarm, der sich drapiert und eener von ihnen mir deren Bitte vorsingt, dasse mal kurz raus wolln? Ick hab weiche Knie bekomm und wollt mich kneifen, weil ick dachte, ick bin voll mit Kram, den ick nich vertrage, einjelullert, wegen dem Mohn. Ick kniff und merkte mich, es war also allet wirklich echt, nischt Einbidlung. Die Fische sahn noch immer so aus, die Wasserpflanzenschlangen schlängelten und die Wasserpumpenrhythmik ließ meinen Kopp wippen. Dann schwamm plötzlich der janz rechte Fisch vor und blubberte:
Du merkst, du b ist verflucht und schwach – die Flasche wars, die dich gefunden hat. Es gibt nur eins, was rettet dich – Du schreibst uns jetzt ein Fischgedicht. Nen Text, den Niemand interessiert – den Hokus Pokus wegdressiert. Wenn du uns diesen vorgetragen – werden wir dich nicht mehr plagen. Schreib 10, nein 15 Strophen, los – dann bist du frei, nun schreibe. Bloß: schummeln ist dir streng verboten – wir wird der Geist den Hoden verknoten.
Dit konnte doch nich waar sein – ein Fluch, ein Flaschengeistfluch, ein Flaschengeistfischfluch. Mir wurde scheindelich von dem, watt ick grade erlebt hab. Doch ick hatte zu große Angst, um den Fluch nich ernst zu nehm. Also überlegte ick, watt ick machen könnte. Ick hab janz ville Jedichte versucht, aber die warn weder jut noch 10 – 15 Strophen lang. Plötzlich dachte ick mir – könn die überhaupt zähln? Wissen die watt vom Internet? Und so entschied ick mich letztlich für ein nich 10-15 strophiget Jedicht von Claudia Koreck und weckte damit die Fische unsanft am nexten Tag.
Tja, wie icket mir denken konnte – die Fische konnte nich zähln und kannten die weltweite Kommunikationswelt nich. Glück jehabt, will ick meinen und so verwandelte sich mein Aquarium wieder ins alte, die Pflanzen wackeln so sinnlos hin und her, die Fische sind wieder verschieden und schwimmen unberechenbar von links inne Mitte und suchen schier ausweglos nach einem Ausweg aus ihrer Lage und die Wasserpumpe – die is seitdem verstopft.
Sollt ick mir darüber Jedanken machen?